Mittwoch, 4. April 2012

Der Hammer im März

...waren sicher die "Ermittlungen" der Polizei zum Tod des 17jährigen Trayvon Martin. George Zimmerman, bewaffneter, gewalttätig aufgefallener, selbst ernannter Nachbarschaftshüter, erschoss den unbewaffneten, schwarzen Jungen auf dessen Nachhauseweg von einem Laden; Trayvon trug nur eine Einkaufstüte bei sich. Zum Verhängnis wurde ihm der Kapuzenpulli, den er getragen hatte. Klar doch, ein Hoodie ist auf jeden Fall schonmal ein Hinweis auf Gefährlichkeit, alle Gangsta-Rapper tragen die Dinger. Unklar, ob Anklage erhoben wird. Eine Anhörung vor der Grand Jury am 10. April wird das entscheiden.
Nach dem Mord jedenfalls wurde Zimmerman gleich wieder frei gelassen. Er behauptet nun, von Trayvon Martin angegriffen und zu Boden gestossen worden zu sein. Sein Bruder erzählte in einer Talkshow von einer gebrochenen Nase, die nicht heilen will. Auf dem Polizeivideo, dass unmittelbar nach der Tat aufgenommen wurde, ist in Zimmerman's Gesicht jedoch nichts von einer solchen Verlezung zu erkennen. Auch derTelefonmitschnitt eines Gesprächs, dass Trayvon's Freundin nur kurz vor der Tat mit ihm geführt hatte, belegt, dass Zimmerman den Jungen verfolgt hatte.
Mal wieder wird also in den USA ein schwarzer Jugendlicher einfach so erschossen, (diesmal nicht von der Polizei), aber egal - ein Weisser, der eine Waffe hat, damit herumstolziert, Sheriff spielt und dabei einen verdächtig gekleideten Farbigen über den Haufen schiesst, hat in den USA eine gute Chance, davon zu kommen. Im umgekehrten Fall sieht das etwas anders aus. Die Todestrakte in den USA sind voll von Schwarzen, die Weisse getötet haben.

Man hätte einen schwarzen Tatverdächtigen nicht wieder nach Hause geschickt und auf eine Anklageerhebung verzichtet, die bei einem Mordfall üblich wäre. Dass es jetzt wenigstens zu einem Hearing kommt, ist vermutlich nur den massiven Protesten landesweit zu verdanken und den schwarzen Politikern und Gemeindevorsthern, die Gerechtigkeit forden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen